Erläuterung der internationalen Fotokooperative „G 7“

„Der Mensch für sich allein vermag gar wenig und ist ein verlassener Robinson; nur in der Gemeinschaft mit den andern ist und vermag er viel.“ – Getreu dieser Weisheit Arthur Schopenhauers arbeiten seit September 2001 zunächst vier Fotoclubs, drei deutsche und der tschechische FOS Sokolov – jetzt sieben Foto-Vereine in vielerlei Hinsicht eng zusammen.

Die Geburtsstunde der „G4“ fand am 15. September 2001 im Hotel St. Florian in Loket/Tschechien statt. Die Vereinsvorsitzenden Ludvik Erdmann aus Sokolov, Hans-Joachim Schiemenz aus Lübbenau, Roland Schneider aus Saalfeld und Manfred Ströhlein aus Kulmbach protokollierten den Beschluss: „Wir stellen ein künftiges Arbeits-, Veranstaltungs- und Ausstellungs-Programm auf der Basis praktizierter Völkerfreundschaft auf.“ Scherzhaft an die Gemeinschaft der führenden Industriestaaten angelehnt, gab sich diese neuartige Fotokooperative den bedeutenden Namen „G4“.

Die Gründerväter der heutigen Fotogemeinschaft G7 (damals „G4“) von li. Ludvik Erdmann, Manfredf Ströhlein, Roland Schneider und Hans-Joachim Schiemenz

Zunächst wurden lediglich Ausstellungen der beteiligten Clubs ausgetauscht, bevor die Idee zu weiteren gemeinsamen Vorhaben also der alljährlichen Wanderausstellung umgesetzt wurde.
Erstes gemeinsames Projekt war eine Wanderausstellung, an der sich jeder der Fotoclubs mit einer Bildkollektion beteiligt, zum Thema „Mensch“. 2004 war in der Leverkusener Galerie am Rathausplatz die Eröffnung. Jeder der teilnehmenden Vereine trug mit zehn Bildern zur gesamten Kollektion bei. Natürlich ist das Spektrum der Motive groß, vom klassischen MeisterPorträt bis zum aktionsreichen Sportfoto, vom reportagegleichen Schnappschuss bis zum detaillierten Bild, ähnlich der Werbefotos.

Das nächste Projekt, eine Fotoausstellung zum Arbeitsthema „Heimatliches“ wurde bereits von sechs Teilnehmern erarbeitet. Die Fotografische Gesellschaft Trier ersetzte die Leverkusener und der Fotoclub Vogtland e.V. Plauen vervollständigten zu dieser Zeit die Runde. Als ein weiteres Mitglied war der Fotoclub Merseburg der „G 7“ beigetreten.
Trier stieg aber kurz darauf ebenfalls wieder aus, ihnen waren die Reise-Entfernungen offenbar zu groß.

Seit 2008 hat sich dann die „G7“-Runde mit Filderstadt (Baden-Württemberg) Kulmbach (Bayern), Lübbenau, Merseburg (Sachsen-Anhalt), Saalfeld/Rudolstadt (Thüringen), Sokolov (Tschechische Republik) und Plauen (Sachsen) endgültig gefestigt. Ihr Markenzeichen, die gemeinsam alljährlich neu erarbeitete Ausstellung „Faszination Fotografie“ wird der Reihe nach in den jeweiligen Heimatstädten der Vereine gezeigt. Meist beginnt Plauen, dann Sokolov, Lübbenau, Kulmbach, Saalfeld/Rudolstadt, Merseburg und zum Jahresende gehen die Fotos dann nach Filderstadt.
Besondere Aufmerksamkeit erregte diese Foto-Kooperative bei den beiden großen Dachverbänden der Amateurfotografie in Deutschland. Weder die Gesellschaft für Fotografie (GfF) noch der Deutsche Verband für Fotografie (DVF) hatten damit gerechnet, welche Initiativen – selbst auf internationaler Basis – sich auch von ganz allein, „von unten“ erfolgreich entwickeln konnten.

Die Auswahl für diese Ausstellung wird stets beim Gipfeltreffen Ende September in Rudolstadt festgelegt. Jeder der Vereine bringt zwanzig seiner besten Werke mit und diese werden dann von den anderen sechs Clubs juriert. Das heißt, eine Auswahl der besten sieben Bilder kommen in die Ausstellung. Sieben mal sieben Fotos, also 49 Bilder plus ein plakatives „Eröffnungsbild“, füllen dann die fünfzig Rahmen.

Auch das jeweilige Publikum kann seine Wertung abgeben, an jedem der sieben Ausstellungsorte liegen dann Stimmzettel aus, auf denen die Besucher ihre fünf Favoriten benennen können. Das ergibt für die Fotoclubs zum einen eine „Hitliste“, der am meisten gewählten Fotos, zum anderen haben die Publikums-Juroren dadurch die Chance, einen Preis zu gewinnen. Es lohnt sich also, die Ausstellung anzuschauen und es lohnt sich auch, Stimmzettel auszufüllen.